Interview: «Wir müssen raus aus dem Euro» (Leseprobe aus COMPACT 6/2017)

Interview: «Wir müssen raus aus dem Euro» (Leseprobe aus COMPACT 6/2017)

 

[Foto: subarashii21/ Shutterstock, com]

COMPACT Magazine, 6/2017

_Joshua Tartakovsky im Gespräch mit Dimitris Kazakis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechenland taumelt in die nächste Krise – im Sommer ist Zahltag für den Schuldnerstaat, und die Kassen sind leer. Der linke Premier Alexis Tsipras ist mittlerweile so unbeliebt wie seine Vorgänger und sieht sich einer wachsenden Opposition gegenüber, angeführt unter anderem von der sozialpatriotischen Vereinigten Volksfront (EPAM). Wir baten ihren Vorsitzenden um ein Interview. Die neue COMPACT 6/2017 gibt es jetzt am Kiosk. (Bestellen können Sie das Heft auch hier. ) Darin enthalten ist das Interview, aus dem wir hier eine Leseprobe anbieten:

Joshua Tartakovsky: Die Europäische Union und der Internationa­le Währungsfonds kontrollieren Griechenland und vor allem dessen Finanzen. Wie ist die ak­tuelle Lage?

Dimitris Kazakis: Zur Zeit kommen mehr Menschen von rechts zu un­serer Partei. Sie suchen nach einer patriotischen Or­ganisation, die gegen das Besatzungsregime dieses Landes kämpft. Heutzutage spürt das jeder. Natür­lich sind wir nicht unter militärischer Besatzung, aber wir sind unter Besatzung. Unser Staat ist nicht unser Staat, noch nicht einmal formell. Wir haben Frem­de, die alles kontrollieren. Es gibt keine Möglichkeit, dass griechische Staatsbürger Schutz und Gerechtig­keit von einer dieser Institutionen erwarten dürfen.

Joshua Tartakovsky: Wie ist die gegenwärtige Situation mit den Migranten? In Griechenland sind mehr als 65.000, oder?

Dimitris Kazakis: Ja. Sie sind im ganzen Land verteilt. Natürlich sind sie auch auf den Inseln. Wir haben um die 35 Hot­spots [Aufnahmelager]. Die meisten Migranten kommen derzeit aus Algerien und Marokko, nicht aus [den Kriegsgebieten in]Syrien, Irak, Afghanis­tan oder Pakistan. Es kommen etwa 100 am Tag – was lange nicht so schlimm ist wie im Jahr 2015, als täglich etwa 3.000 kamen. Das größte Problem ist aktuell, dass wir es mit einer Eskalation in der Ägäis zu tun haben – aufgrund der Provokationen, die von der Türkei ausgehen. Sie suchen nach einer Art Kriegskonfrontation, die vielleicht in den nächs­ten Monaten zustande kommen könnte. Denn Erdo­gan braucht Unterstützung, um seine Position wäh­rend der gegenwärtigen Umwälzungen zu stärken.

Zur Zeit mieten die NGOs und die Vereinten Na­tionen Häuser, um die Migranten aus den Hotspots zu holen und um ihnen einen permanenten Aufent­halt zu ermöglichen, ohne irgendwelche legalen Pa­piere. Die Syrer, das sind keine Flüchtlinge. Entwe­der haben sie ihr Land verlassen, um nicht in der eigenen Armee zu dienen, oder sie haben für die an­dere Seite gekämpft. Die Logik gebietet, dass man sich mit der syrischen Regierung in Verbindung set­zen und diese Menschen zurückschicken sollte.

Joshua Tartakovsky: Der ungarische Premierminister Viktor Orban hat den US-Megaspekulanten George Soros als einen der Drahtzieher der Flüchtlingsströ­me beschuldigt…

Dimitris Kazakis: Ja. Viele der NGOs sind auf der Gehaltsliste von Soros.

Joshua Tartakovsky: Was ist seine Agenda?

Dimitris Kazakis: Sie besteht darin, die nationale Identität der Völ­ker zu zerstören. Denn wenn Du glaubst, dass die­ses Land Dir gehört, wirst Du für Dein Land kämp­fen. Kein Migrant und kein Flüchtling wird aber für dieses Land kämpfen. Indem man die Grenzen öff­net, zerstört man die Rechtmäßigkeit, die Rechts­ordnung oder die Bedeutung der Gesetze innerhalb des Landes und natürlich das Völkerrecht. Und ohne Rechtsstaatlichkeit sind wir verloren, vor allem die weniger mächtigen Länder und die weniger mäch­tigen Völker.

Joshua Tartakovsky: Viele linke Parteien sind absolut blind, was die Migranten angeht, sie pochen auf deren Unschuld. Es scheint ganz so, als unterstüt­zen sie die Flüchtlinge mehr als ihr eigenes Volk. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Dimitris Kazakis: Die meisten der Euro-linken Organisationen sind auf der Gehaltsliste von Soros. Ich nenne sie «So­ros‘ linken Flügel». Gehen Sie auf die offizielle Web­site von Open Society [eine der Soros-Stiftungen]. Sie werden sehen, dass die meisten von ihnen für NGOs arbeiten oder mit Open Society zusammen­arbeiten. Sie haben Geld, und sie haben eine Men­ge Leute, die für sie arbeiten. In einem Land mit mehr als 30 Prozent Arbeitslosigkeit die Möglich­keit zu haben, ohne substanzielle Kosten ein lin­ker Revolutionär zu werden, ist einfach – und des­halb fällt es vielen schwer, auf das Geld von So­ros zu verzichten.

(…)

Ende der Leseprobe. Lust auf mehr? Kein Problem, denn die neue COMPACT 6/2017 gibt es jetzt am Kiosk. Bestellen können Sie das Heft aber auch hier. Wer COMPACT abonniert, erhält zwei Prämien, und genießt viele andere attraktive Vorteile.

_ Dimitris Kazakis (* 1962) arbeitete lange im Management internationaler Firmen und gehörte von 1980 bis 1996 der Kommunis­tischen Partei an. Außerdem war er Kommentator der Zeitung Pontiki und des Magazins Hellenic Nexus und gab das Buch Das griechische Pompeji – Chronik eines angekündigten Bankrotts heraus.

_ Joshua Tartakovsky ist ein israelisch-amerikanischer Journalist. – Übersetzung: Tobias Pfennig. Das Interview wurde für den Abdruck stark gekürzt.